Deutsche Rentenerstattung für türkische Bürger: Anspruch und bilaterales Abkommen.
Die Türkei und Deutschland haben ein bilaterales Sozialversicherungsabkommen, eines der ältesten zwischen Deutschland und einem Nicht-EU-Land. Wenn du türkischer Staatsbürger bist, in Deutschland gearbeitet und weniger als 60 Monate eingezahlt hast und jetzt außerhalb der EU lebst, hast du möglicherweise Anspruch auf eine Erstattung. Durchschnittliche Erstattung über 3.500+ Fälle: 12.926 EUR.

“Got €16,400 back. Camilo kept me updated every step.”
James T. · Canada
Was zuerst geprüft werden sollte
Länderseiten helfen bei der ersten Einordnung, ersetzen aber nicht die eigentliche Anspruchsprüfung.
Zuerst geht es um Orientierung: aktueller Wohnsitz, freiwillige Beiträge, Wartezeit und Dokumente müssen zusammen betrachtet werden.
Der aktuelle Wohnsitz außerhalb Deutschlands ist der erste Blick
Der Wohnsitz ist oft der wichtigste erste Hinweis, weil er beeinflusst, welcher Weg bei der Rente überhaupt realistisch ist.
24-Monats-Regel und bisheriger Versicherungsverlauf bleiben Kern der Entscheidung
Eine Länderseite darf nicht den Eindruck erwecken, dass Nationalität oder Aufenthaltsort allein über das Ergebnis entscheiden.
Unterlagen und Auszahlung spielen in internationalen Fällen früh mit hinein
Ausweisdokumente, aktuelle Adressdaten und Bankfragen beeinflussen oft, wie reibungslos ein Fall nach der ersten Prüfung weiterläuft.
Das deutsch-tuerkische Sozialversicherungsabkommen: eines der aeltesten bilateralen Rentenabkommen.
Das Abkommen kann türkische und deutsche Beitragsmonate zur 60-Monats-Schwelle zusammenrechnen. Unter 60 kombinierten Monaten und Wohnsitz in der Türkei ist eine Erstattung nach 24 Monaten Wartezeit möglich. Über 60 Monate kommt eher ein regulärer Rentenanspruch infrage. Wichtig: Türkische Bürger, die noch in Deutschland oder der EU leben, haben keinen Erstattungsanspruch.
Ein Abkommen, das älter ist als fast jeder, der das hier liest
Deutschland und die Türkei unterzeichneten das Sozialversicherungsabkommen, das über deine Rente entscheidet, im Jahr 1964; in Kraft trat es im November 1965. Damit gehört es zu den ältesten, die Deutschland mit einem Land außerhalb Europas hat, entstanden in den Anwerbejahren, die eine Generation türkischer Arbeitskräfte nach Deutschland holten und über die Jahrzehnte danach die größte türkische Gemeinschaft außerhalb der Türkei wachsen ließen. Sechzig Jahre später erfüllt es noch denselben stillen Zweck: Es bewahrt eine Laufbahn, die zum Teil in jedem der beiden Länder entstand, davor, allein an ihrer deutschen Hälfte gemessen zu werden. Das Abkommen reicht über mehrere Zweige der Sozialversicherung, doch für eine Erstattung zählt allein die gesetzliche Rente.
Für deinen Anspruch hängt alles daran, wie es deine Monate zählt. Stell dem Abkommen die Frage nach einer deutschen Wartezeit, und es sieht nicht nur auf deinen deutschen Verlauf; es stellt deine türkischen Versicherungszeiten daneben und zählt beide zusammen. Eine deutsche Spanne, die für sich genommen viel zu kurz wirkt, kann die Schwelle schon erreichen, sobald deine türkischen Jahre danebenstehen, und dieser Mechanismus entscheidet mehr türkische Fälle als jede andere einzelne Regel.
Was in Deutschland zurückgeblieben ist
Was diese Jahre aufgebaut haben, blieb in Deutschland, als dein Leben weiterzog. Es liegt unter deiner Versicherungsnummer und kommt auf nur zwei Wegen zu dir zurück: als deutsche Rente, die du im Alter beziehst, oder als Erstattung, die du vorher beantragst. Es verfällt nicht mit der Zeit, keine Nachricht darüber erreicht dich, und es bewegt sich erst, wenn du es in Bewegung setzt.
Dein deutscher Lohn speiste jeden Monat zwei gleich große Rentenbeiträge, nicht einen. Die 9,3% deines Bruttolohns, die einbehalten wurden, waren deine; der Arbeitgeber an deiner Seite wurde mit ebenso hohen 9,3% belastet, die §210 des Sozialgesetzbuchs (SGB VI) dauerhaft in der Kasse festhält. Eine Erstattung gibt den ersten dieser Beiträge zurück und nie den zweiten, und kein Antrag öffnet einen Weg zur Arbeitgeberhälfte.
Auf welche Seite der 60 Monate dich deine türkischen Jahre stellen
Diese Wartezeit liegt bei 60 Beitragsmonaten, gut fünf Arbeitsjahren, und sie wirkt für einen türkischen Staatsbürger anders als für jemanden, dessen Land kein Abkommen mit Deutschland hat. Zählst du nur deine deutschen Monate, bleibt eine Beschäftigung von wenigen Jahren deutlich unter der Linie, und die Erstattung ist der schlichte Weg, auf dem dein eigener Anteil heimfindet. Doch das Abkommen hört bei den deutschen Monaten nicht auf. Es zieht deine türkischen Zeiten in dieselbe Summe, und eine Laufbahn, die auf beiden Seiten über Jahre lief, überschreitet die 60 kombinierten Monate meist mühelos. Sobald das geschieht, steht ein deutscher Rentenanspruch auf deinen Namen, und ein Angehöriger eines Vertragsstaats kann diesen Anspruch und die Erstattung nicht zugleich halten: Mit dem Erreichen der Wartezeit endet die Erstattung endgültig, während sie einem Nicht-Vertragsstaatler als konkurrierende Möglichkeit erhalten bliebe.
Für weite Teile der Diaspora ist das der gewöhnliche Ausgang, und eine Rente statt einer Auszahlung ist der Sinn der Sache. Die Erstattung passt zum engeren Fall, einer nur wenige Jahre langen deutschen Zeit, unter 60 kombinierten Monaten, mit Wohnsitz jetzt in der Türkei; und es lohnt sich, beide Verläufe zusammenzulegen, bevor du die deutschen Jahre als zu kurz abtust, denn bei diesem Abkommen sagt dir die deutsche Seite allein selten, wo du stehst. Eine Grenze gilt unabhängig vom Monatsstand: Solange dein Wohnsitz in Deutschland oder der EU bleibt, steht dir überhaupt keine Erstattung offen.
Die Wartezeit, die Bindungen und der Antrag aus der Türkei
Eine Erstattung wartet außerdem auf den Kalender: Zwischen deinem letzten Pflichtbeitrag und dem Antrag müssen zwei Jahre liegen. Diese Frist zählt ab deinem letzten deutschen Beitrag, nicht ab dem Tag deines Umzugs, und weil der letzte Beitrag bei fast allen vor dem Umzug liegt, ist sie oft schon großenteils verstrichen, wenn du hinsiehst. Selbst dann heben drei feste Umstände beide Daten aus den Angeln. Eine deutsche Rente, die dir bereits bewilligt ist oder schon gezahlt wird, lässt nichts zu erstatten. Ein Job, den du in Deutschland behalten hast, hält die Pflichtversicherung am Laufen, und wer versichert bleibt, gilt nicht als weggezogen. Und ein offenes Recht, freiwillig einzuzahlen, das ein Bewohner der Türkei nur von einer Adresse in der EU oder in Großbritannien aus hat, hält das Geld an Ort und Stelle, bis sich das ändert.
Von hier an läuft alles auf Deutsch. Deutsch ist die einzige Amtssprache des Verfahrens, so will es §19 des Sozialgesetzbuchs (SGB X), und damit gibt es keine englische Fassung des Formulars, kein Portal zum Hochladen und keinen Weg an einer Papierakte vorbei, die per Post an die Deutsche Rentenversicherung geht und per Brief beantwortet wird. Was sie von dir braucht, ist überschaubar: einen Beleg, dass dein Zuhause nun außerhalb der EU liegt, und eine türkische Bankverbindung, die sie aus dem Ausland erreichen kann, weshalb das Formular nach SWIFT oder BIC fragt. Die vollständige Liste steht auf dieser Seite. Vorsicht verdient vor allem der Bescheid. In ihm stehen zwei Zahlen, die angerechneten Monate und die Summe, die der Träger zahlt, und zwischen beiden liegt deine einzige Gelegenheit zum Widerspruch: eine Frist, die nach deutschen Daten läuft, wie langsam der Umschlag auch in die Türkei unterwegs war. Fang bei der Monatszahl an, nicht bei der Summe; was dort fehlt, holst du nur zurück, solange die Frist offen ist, und kein Weg öffnet sie später wieder.
Der billigste erste Schritt ist zugleich der naheliegendste: Frag den Träger selbst. Fragen zu deinem Verlauf kosten dort nichts, am Telefon wie am Schreibtisch gegenüber, und bei manchen Antragstellern erledigt dieses Gespräch die Sache bereits. Für alle anderen ist der deutsche Papierkram der eine Teil, den man abgeben sollte, betrieben aus der Türkei in einer Sprache, die du vielleicht nicht liest. Fundsback nimmt ihn seit 2015 ab: Deine Seite bleibt englisch und online, während die Formulare der Rentenerstattung und die Briefe des Trägers bei uns liegen. Die erste Einschätzung kostet nichts, und ein Honorar entsteht erst, wenn deine Erstattung entsteht.
Diese Fragen tauchen auf Länderseiten besonders oft auf
Wer kann eine Rentenerstattung beantragen?
Die Rentenerstattung ist meist für Personen relevant, die in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt haben, heute nicht in eine reguläre Rente fallen und prüfen wollen, ob die Auszahlung der Beiträge sinnvoller ist als ein späterer Rentenbezug.
ExploreMuss ich für eine Rentenerstattung 24 Monate warten?
In vielen Fällen der Rentenerstattung gehört der Abstand von 24 Monaten nach dem letzten Pflichtbeitrag dazu. Ob das in deinem Fall genauso greift, hängt aber weiterhin vom Versicherungsverlauf und davon ab, ob ein anderer Weg näherliegt.
ExploreBereit, von der Länderrecherche in die eigentliche Rentenerstattung zu wechseln?
Nutze die Länderseite für die erste Einordnung und wechsle dann in die Rentenerstattung oder in den Kontakt, wenn dein Fall mehr persönliche Begleitung braucht.

